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Warum Werder das große Zittern droht

In Bremen wägten sie sich schon in Sicherheit. Nicht öffentlich, aber im tiefen Innern. Nach einem etwas glücklichen 2:0 in Bielefeld, Anfang März, dem schon ein Unentschieden in Köln und ein Heimsieg gegen Frankfurt vorausgegangen waren, atmeten alle tief durch.

Endlich war der Vorsprung groß genug auf die Abstiegsränge. Neun Punkte.

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Genau diese frühe Vorfreude auf ein weiteres Jahr Bundesliga kann im entscheidenden Saisonviertel jetzt zum Bumerang werden. Und es gibt noch zwei weitere Punkte, die plötzlich gegen Werder sprechen.

Falsche Sicherheit kann zum Verhängnis werden

Es ist kein großes Geheimnis, dass Fußball vor allem im Kopf gespielt wird. Wenn zum Beispiel das Selbstbewusstsein einmal verloren gegangen ist, kann die Suche nach breiter Brust und mutigem Auftreten Wochen, sogar Monate dauern. In Bremens Fall ist es etwas anders: Ein unterbewusstes "geschafft" wieder aus der Birne, aber vor allem aus den Knochen zu bekommen, ist eine große Aufgabe.

Wieder auf höchstes Wettkampflevel zurückzukehren, wenn du überall und von allen impliziert bekommen hast, durch zu sein, den Klassenerhalt im Grunde geschafft zu haben, das ist brutal.

Doch genau dieses höchste Wettkampflevel braucht Werder Bremen, um in der Bundesliga zu bestehen. Dazu kommt immer das große Hoffen, dass andere eine noch schwierigere Saison erwischen - was auch in diesem Jahr wieder so ist. (Die Tabelle der Bundesliga)

Schalkes Absturz ist historisch, sie sind weit abgeschlagen und haben einen der hintersten Plätze fest gebucht.

Werder droht der Rückfall auf den Relegationsplatz

Köln könnte die Nummer 2 werden. Der FC wirft sechs Spieltage vor Saisonende jetzt noch mal alles durcheinander, setzt auf den erfahrenen Friedhelm Funkel, ein Paradigmenwechsel zum gefeuerten Markus Gisdol, der irgendwie nicht zum emotionalen Verein (und der für ihn zusammengekauften Mannschaft) passte.

Aber zurück nach Bremen: Werder, zuletzt vier Niederlagen in Serie, hat alle Chancen, noch auf den Relegationsplatz abzurutschen. Mainz wirkt stärker und im Aufwind, auch Bielefeld kam zuletzt zu guten Ergebnissen, scheint wachgerüttelt unter Neu-Trainer Frank Kramer. Verliert Hertha am Sonntag in Mainz, sind auch die Berliner voll mit drin. Dann wird es ein Dreikampf gegen Platz 16.

Auf dem Papier hat Bremen nicht nur die meisten Niederlagen in Folge, sondern auch das schwierigste Restprogramm. Nach Dortmund und Mainz geht's zu Union, danach noch Leverkusen und zum Abschluss Mönchengladbach. Nur Augsburg zwischendrin scheint etwas leichter. Für alle anderen geht es auch noch um etwas, Bayer und Gladbach werden bis zuletzt um die Europapokalplätze kämpfen.

Werder Bremen fehlt die Perspektive

Zu guter Letzt ist es die Perspektive, die Werder aktuell fehlt. Der Hoffnungsschimmer am Horizont, die realistische Aussicht darauf, dass es bald wieder um mehr geht. Darum, etwas zu erreichen - statt immer nur etwas zu verhindern.

Wie den Abstiegskampf, oder eben den Abstieg. Die Pandemie hat Werder, das ausgerechnet in den Monaten zuvor mit über 25 Millionen Euro allein an Ablösesummen wirtschaftlich ins Risiko gegangen ist, stark zugesetzt.

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Die Konsolidierungsphase wird Jahre dauern, die große Fantasie, mit der vielleicht neue Partner und besondere Spieler begeistert werden könnten, existiert im Moment nicht. Es geht darum, in der Klasse zu bleiben - und vielleicht irgendwie auch den Anschluss zu halten zu Klubs wie Stuttgart, Freiburg oder Union Berlin.

Viele andere, mit denen die Bremer mal vor gar nicht langer Zeit auf Augenhöhe waren, Eintracht Frankfurt zum Beispiel oder Mönchengladbach, sind in ihren Möglichkeiten längst weit enteilt.

Werder muss jetzt drin bleiben - es wird eng bis zum Schluss.

Tobias Holtkamp, der Autor dieses Textes, war in der Chefredaktion von Sport Bild und Chefredakteur von transfermarkt.de. Heute berät er Sportler und Marken in ihrer inhaltlichen und strategischen Ausrichtung. Für SPORT1 schreibt Holtkamp als Kolumnist die wöchentliche "Bundesliga-Kolumne".

EM-Teilnahme akut gefährdet: Saisonaus für Portugiesen Neto

Dem portugiesischen Fußball-Nationalspieler Pedro Neto droht das EM-Aus. Wie die Wolverhampton Wanderers mitteilten, fällt der 21-Jährige mit einer Knieverletzung für den Rest der Saison aus. Am Freitag war der Offensivspieler im Premier-League-Spiel der Wolves gegen den FC Fulham noch vor der Pause angeschlagen ausgewechselt worden.

Damit dürfte Neto auch die Europameisterschaft (11. Juni bis 11. Juli) verpassen, bei der Titelverteidiger Portugal im zweiten Gruppenspiel auf Deutschland trifft. 

Neto war 2019 von Lazio Rom nach Wolverhampton gewechselt. Dort erzielte er in bislang 31 Ligaspielen fünf Treffer.

Grizzlys festigen Playoff-Platz

Die Grizzlys Wolfsburg haben in der PENNY Deutschen Eishockey Liga (DEL) ihren Playoff-Platz gefestigt.

Die Niedersachsen besiegten am 39. Spieltag den ERC Ingolstadt mit 6:3 (1:0, 2:1, 3:2) und bleiben mit 52 Punkten Dritter in der Nord-Gruppe. Anthony Rech und Matti Järvinen waren für die Grizzlys doppelt erfolgreich. 

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Die Düsseldorfer EG verpasste es hingegen, zumindest vorläufig auf einen Endrundenplatz zu klettern.

Der achtmalige Meister verlor beim schlechtesten Süd-Team Nürnberg Ice Tigers nach Penaltyschießen 5:6 (1:0, 3:4, 1:1, 0:1) und bleibt Fünfter hinter den Iserlohn Roosters, die zwei Spiele weniger absolviert haben.

Im Süden verbesserten sich die Schwenninger Wild Wings durch das 2:1 (2:1, 0:0, 0:0) beim abgeschlagenen Nord-Schlusslicht Krefeld Pinguine auf Rang vier.

Wiesbaden beendet Sieglos-Serie

Der SV Wehen Wiesbaden hat seine fünf Spiele andauernde Sieglos-Serie in der 3. Liga eindrucksvoll beendet.

Die Hessen siegten verdient mit 3:0 (1:0) beim SV Meppen. Matchwinner war Stürmer Phillip Tietz, der doppelt traf (13., 48.). Gianluca Korte machte mit dem Treffer zum Endstand (72.) den Deckel auf die Partie.

Der SVWW klettert durch den Auswärtssieg auf den sechsten Tabellenplatz, der von Ex-Nationalspieler Torsten Frings trainiert SV Meppen bleibt nach der Niederlage hingegen in Abstiegsnot: Die Emsländer haben nur drei Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. 

Bibiana Steinhaus hat geheiratet

Die ehemalige Bundesliga-Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus hat geheiratet.

Die 42-Jährige gab in der Länderspielpause ihrem langjährigen Lebensgefährten, dem ehemaligen englischen Spitzenschiedsrichter Howard Webb, das Ja-Wort.

Seit fünf Jahren sind die viermalige Weltschiedsrichterin, die nun den Doppelnamen Steinhaus-Webb trägt, und der zweimalige Weltschiedsrichter ein Paar, bei einer Schiri-Fortbildung in Rom hatte es einst zwischen den beiden gefunkt.

Steinhaus-Webb noch als VAR in der Bundesliga aktiv

"Wir sind unglaublich glücklich", sagte Steinhaus-Webb SPORT1. Genau diesen Eindruck vermitteln die beiden auch auf ihren Hochzeitsfotos, auf denen sie passenderweise mit einem Fußball posieren.

Die langjährige Top-Schiedsrichterin hatte im vergangenen Sommer mit der Supercup-Partie zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund ihre aktive Laufbahn beendet.

Sie ist sowohl in der Bundesliga als auch bei internationalen Spielen weiterhin als Video-Assistentin im Einsatz.

Webb war von 2003 bis 2014 in der englischen Premier League als Unparteiischer aktiv und erlebte seinen Karriere-Höhepunkt im Sommer 2010, als er innerhalb weniger Wochen sowohl das Champions-League-Finale zwischen dem FC Bayern und Inter Mailand (0:2) als auch das WM-Finale zwischen den Niederlanden und Spanien (0:1 n. V.) leiten durfte.

Regen stoppt Struff und Koepfer in Monte Carlo

Die deutschen Tennisprofis Jan-Lennard Struff und Dominik Koepfer sind beim Masters-Turnier in Monte Carlo vom Regen gestoppt worden.

Sowohl Struffs Erstrundenpartie gegen den Bulgaren Grigor Dimitrow (Nr. 14) als auch Koepfers Auftakt gegen den italienischen Qualifikanten Marco Cecchinato konnten nicht wie geplant am Montag über die Bühne gehen.

Wie die ATP mitteilte, wurden nach vier beendeten Matches alle verbliebenen Partien des Tages verschoben.

Beide Spiele wurden für Dienstagmorgen (10 Uhr) neu angesetzt.

Deutschlands Topspieler Alexander Zverev (Hamburg) greift nach einem Freilos am Mittwoch gegen den Gewinner des Duells zwischen dem frischgebackenen Cagliari-Sieger Lorenzo Sonego (Italien) und Marton Fucsovics (Ungarn) in das Sandplatzturnier ein.

Neuer Gesellschafter! Personal-Roulette bei den United Volleys

Nach dem Gewinn des ersten Pokal-Titels ihrer Vereinsgeschichte haben die United Volleys Frankfurt einen weiteren Grundstein für die Zukunft gelegt:  Alexander Korosek ist seit vergangener Woche Hauptanteilseigner des Volleyball-Bundesligaklubs. (DVV-Pokal der Männer: Spielplan und Ergebnisse)

Der 34-Jährige bleibt zudem Geschäftsführer und Teambesitzer des Football-Teams Frankfurt Galaxy, welches er bereits in der Vergangenheit unter seine Fittiche nahm.

Der SPORT1-Volleytalk auf SPORT1, SpotifyApple PodcastsDeezer – und überall wo es Podcasts gibt!

"Ich sehe enorme Synergieeffekte. Die Volleyball-Bundesliga spielt sich hauptsächlich im Winter ab, Football im Sommer. Die Herausforderungen sind zu weiten Teilen die gleichen, so dass sich das optimal ergänzt", zeigte sich Korosek in einer Pressemeldung optimistisch.

Die Zukunft des Pokalsiegers war in der Vergangenheit ungewiss. Vereinsgründer Jörg Krick wollte sein finanzielles Engagement nicht auf Dauer aufrechterhalten und die Hoffnung, dass sich das Unternehmen nach spätestens vier Jahren selbst tragen würde, stellte sich als unrealistisch heraus.

Korosek-Engagement sorgt für "neue Energie"

Durch den Einstieg von Korosek wird Krick zum Mitgesellschafter und könne sich laut dem neuen Investor "langsam komplett rausziehen". Krick selbst freut sich auf "neue Energie" und "viel Kompetenz an den Schalthebeln" durch das Neu-Engagement.

Nach dem Einstieg von Korosek ergaben sich auch umgehend neue Personalien.

Trainerwechsel bei den United Volleys

Kapitän Jochen Schöps bleibt ein weiteres Jahr bei den United Volleys und soll zudem in den kommenden Monaten noch stärker ins sportliche Management einsteigen. (Spielplan und Ergebnisse der Volleyball-Bundesliga der Männer)

Auch auf der Trainerposition gab es Neuigkeiten zu vermelden: Der bisherige Chefcoach Juan Manuel Serramalera wechselt im Sommer in die Schweiz zu Volley Amriswil. Christophe Achten übernimmt dafür bei den United Volleys Frankfurt das Traineramt.

"Christophe ist ein Coach mit klarem Konzept und dem Ziel, seine Spieler ebenso wie den gesamten Verein besser machen zu wollen. Das hat mich bereits beim ersten Austausch überzeugt", zeigte sich Neu-Gesellschafter Korosek von der Verpflichtung begeistert.

Wertvollste Fußball-Klubs - hier steht Bayern

Trotz einer Schuldenlast von über einer Milliarde Dollar ist der FC Barcelona erstmals der wertvollste Fußball-Klub der Welt.

Laut des Wirtschaftsmagazins Forbes lösten die Katalanen mit einem geschätzten Wert von 4,76 Milliarden Dollar ihren Erzrivalen Real Madrid (4,75) an der Spitze ab. Erster Jäger der beiden spanischen Edeladressen ist Bayern München. (So wahrscheinlich ist ein Bayern-Beben im Sommer)

Der Fantalk begleitet den Viertelfinal-Kracher in der Königsklasse zwischen PSG gegen Bayern am Dienstag live im TV und Stream ab 21 Uhr

Der Gewinner der Champions League, der in der vergangenen Saison alle sechs möglichen Titel gewonnen hatte, rückte nach einer Wertsteigerung von 39 Prozent in den vergangenen beiden Jahren mit 4,215 Milliarden Dollar auf Rang drei vor.

Damit haben die Münchner laut Forbes ihren Wert in den letzten acht Jahren mehr als vervierfacht.

BVB auf Rang zwei der Deutschen

Als zweiter Bundesliga-Verein unter den Top 20 wird Borussia Dortmund mit einem Wert von 1,9 Milliarden Dollar auf Rang zwölf geführt. Damit hat sich der Wert der Westfalen binnen zwei Jahren mehr als verdoppelt (112 Prozent).

Trotz der weltweiten Corona-Pandemie stieg der Wert der Top-20-Vereine durchschnittlich um 30 Prozent. Ein Grund hierfür ist das erhöhte Interesse von Investoren.

So stieg der Wert von Jürgen Klopps FC Liverpool durch den Einstieg von RedBird Capital auf 4,1 Milliarden Dollar. Dies ist mehr als das Sechsfache des Umsatzes, bedeutet eine 88-prozentige Steigerung und Rang fünf hinter Manchester United (4,2).

Der durchschnittliche Umsatz der Vereine fiel um 9,6 Prozent auf 441 Millionen Dollar, der Gewinn sogar um 70 Prozent auf 23 Millionen Dollar im Schnitt.

Von den 20 wertvollsten Klubs kommen neben den Bayern und dem BVB alleine neun aus der englischen Premier League, vier aus Italien, drei aus Spanien sowie je einer aus Frankreich und den Niederlanden.

Die 20 wertvollsten Fußball-Klubs:

1. FC Barcelona 4,76 Milliarden Dollar

2. Real Madrid 4,75

3. Bayern München 4,215

4. Manchester United 4,2

5. FC Liverpool 4,1

6. Manchester City 4,0

7. FC Chelsea 3,2

8. FC Arsenal 2,8

9. Paris St. Germain 2,5

10. Tottenham Hotspur 2,3

11. Juventus Turin 1,95

12. Borussia Dortmund 1,9

13. Atletico Madrid 1,0

14. Inter Mailand 743 Millionen Dollar

15. FC Everton 658

16. AC Mailand 559

17. AS Rom 548

18. West Ham United 508

19. Leicester City 455

20. Ajax Amsterdam 413

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